
Reisekrimi · Deutsch
Laura und das geheimnisvolle Logbuch
Ein Reisekrimi zwischen Hansezeit und Gegenwart
Journalistin Laura entdeckt an Bord der MSC Magnifica ein mysteriöses Logbuch aus dem Jahr 1643. Eine Kreuzfahrt wird zur gefährlichen Spurensuche in die Zeit der Hanse.
Einblick ins Buch
Leseprobe
Kapitel 6: Marseille – Auf den Spuren von Kapitän Johansen
In den frühen Morgenstunden legt die Magnifica in Marseille an. Laura und Ralf gehen vor dem Frühstück auf Deck 16, um den Blick auf die Stadt zu genießen. Hoch oben in den Bergen erkennen sie den Schriftzug „Marseille“, dessen Buchstaben 13,70 Meter hoch sind. Von der Stadt selbst sieht man zunächst vor allem Wohnviertel. Nur die Basilika Notre-Dame de la Garde auf ihrem Hügel ist deutlich zu erkennen.
Hand in Hand schlendern sie zum Frühstück. Die Entscheidung fällt ihnen schwer, das Angebot ist riesig. Laura wählt eine Schale Müsli mit frischem Obst, Ralf greift zu Rührei, Speck und einem Körnerbrötchen. Gestärkt gehen sie ins Casino. Laura möchte die neu aufgeschlagene Seite im Logbuch lesen, während Ralf die Sicherheitsvorkehrungen überprüft.
Kapitän Johansen beschreibt seinen Aufenthalt in Marseille: „Wir liefen heute in den Hafen von Massilia ein, den die Einheimischen Marseille nennen. Schon von weitem erhoben sich die Masten wie ein Wald aus Holzstämmen, und das Geschrei der Händler drang bis hinaus auf die offene See.“ Die vergilbten Seiten tragen Laura in das Marseille des 17. Jahrhunderts.
Damals waren die Kaimauern schmaler und aus groben Steinen gebaut, dunkel gefärbt vom Meerwasser. Segelschiffe lagen dicht gedrängt, Männer in Leinenhemden rollten Fässer und trugen Körbe voller Oliven, Wein und Käse. Der Duft von Salz, Teer, Rauch und Fisch lag schwer in der Luft.
Johansen schildert, wie er an Land ging, um mit den Händlern zu verhandeln. Französisch sprach er nur bruchstückhaft, doch Gold- und Silbermünzen waren eine Sprache, die jeder verstand. Auf dem Markt sah er Berge von Fisch – Doraden, Makrelen, Knurrhähne. Die besten Stücke gingen an die reichen Bürger der Stadt. Für seine Männer blieben kleinere Fische, aus denen kräftige Suppen gekocht wurden.
Der Hafen war damals ein Ort voller Gegensätze. Über allem wachte die Basilika Notre-Dame de la Garde, damals noch eine kleine Kapelle. Der Wind wehte Gewürzdüfte aus Nordafrika heran und machte Marseille zu einem Schmelztiegel der Kulturen. „Hier mischt sich die Welt“, notierte er.
Kapitel 7: Barcelona – Rätselhafte Bücher
Am Morgen weckt die strahlende Sonne die beiden. Laura schlendert die Rambla entlang und biegt ins Gotische Viertel ab. Barcelona zählt über 300 Buchhandlungen, die Spanier lieben das Lesen. In einer verwinkelten Gasse entdeckt sie eine alte Buchhandlung.
Der Buchhändler – hochgewachsen, dunkler Bart – wirkt wie Kapitän Johansen. Sie sucht ein Buch über die Hanse im 17. Jahrhundert. Im Hinterzimmer zieht er vier Bände aus dem Regal. Auf Seite 24 des ersten Buches entdeckt sie ein Symbol, das auch im Logbuch auftaucht. Sie kauft das Buch und legt noch einen Roman dazu.
Beim Verlassen sieht sie auf der anderen Straßenseite eine Gestalt: langer Lodenmantel, Hut tief ins Gesicht gezogen. Jemand beobachtet sie – und das Logbuch.
Neugierig geworden? Die Geschichte wartet auf Sie.